STTL Women: TTC Neuhausen stellt sich nach Umbruch neu auf

Text: Lyo Bührer / Bild: René Zwald

Beim Damenteam des TTC Neuhausen hatte sich ein grösserer Umbruch bereits früh abgezeichnet. Noch vor dem enttäuschenden Halbfinal-Aus der vergangenen Saison gegen Rio-Star Muttenz war intern klar, dass sich das Gesicht der Mannschaft zur kommenden Spielzeit deutlich verändern würde.

Mit Captain Akhyata Patra verlässt ein Neuhauser Eigengewächs den Verein in Richtung 3. Bundesliga. Auch Vanessa Völkel, die in sich in den letzten beiden Jahren als zuverlässige Nummer 4 in den Dienst der Mannschaft stellte, schlägt künftig einen neuen Weg ein. Zudem einigten sich die Verantwortlichen mit der bisherigen Nummer 1 Lucie Gauthier nach einer herausfordernden Saison darauf, den Vertrag nicht zu verlängern.

Damit stand der TTC Neuhausen vor der anspruchsvollen Aufgabe, gleich mehrere Positionen im Kader neu zu besetzen.

Lyo Bührer, sportlicher Leiter des TTC Neuhausen, ordnet die Ausgangslage ein:
«Wir wussten früh, dass ein grösserer Umbruch auf uns zukommt. Entsprechend konnten wir die Planung gezielt angehen und den Kader nach unseren Vorstellungen neu ausrichten.»

Ein wichtiger Teil der Analyse betraf auch die vergangene Saison: Neben den Resultaten identifizierte die sportliche Leitung den Teamgeist als möglichen Unterschiedsfaktor. Dieser sei bei manchen Konkurrenzteams ausgeprägter gewesen. Entsprechend wurde bei der Neuausrichtung bewusst darauf geachtet, eine möglichst homogene und funktionierende Einheit zusammenzustellen.

Eine zentrale Figur bleibt dem Team erhalten: Laura Robertson. Die ehemalige Bundesligaspielerin geht in ihre 13. Saison am Rheinfall und wird neu als Captain der Mannschaft vorangehen.
In der neu zusammengesetzten Mannschaft kommt ihr damit eine Schlüsselrolle zu – sowohl am Tisch als auch daneben.
«Laura ist für uns extrem wichtig. Sie bringt nicht nur Qualität, sondern auch Erfahrung, Führung und Kampfgeist mit – genau das, was unser Team braucht», betont Bührer.

Früh stellte der TTC Neuhausen die Weichen für die neue Saison. Mit Melanie Merk konnte eine hochwertige Verstärkung aus der 2. Bundesliga (TTC Langweid) verpflichtet werden. Die ehemalige deutsche Nachwuchsnationalspielerin überzeugte dort zuletzt mit einer positiven Bilanz und soll nun als starke Nummer 3 zusätzliche Stabilität bringen.

Auch auf Position 4 wurde gezielt nachgelegt: Mit Livia Drotarova stösst eine erfahrene Abwehrspielerin zum Team. Die Slowakin bringt ebenfalls Zweitliga-Erfahrung aus Deutschland mit und ist aktuell in der Schweiz aktiv, wo sie in Wil in einer Herrenmannschaft spielt.
«Uns war wichtig, uns mit einer guten Nummer 4 zu verstärken, die jedem Team weh tun kann. Livia bringt mit ihrem Abwehrspiel eine Komponente ins Team, die uns in gewissen Matchups helfen kann. Für eine Nummer 4 spielt sie auf einem sehr hohen Niveau», erklärt Bührer.

Für die vakante Spitzenposition gelang dem TTC Neuhausen schliesslich ein hochkarätiger Transfer: Mit Ana Tofant konnte eine international profilierte Spielerin verpflichtet werden. Wie bereits in den vergangenen Jahren blickten die Verantwortlichen dabei in die französische Pro B, wo die Slowenin aktiv ist. Zuletzt machte sie international auf sich aufmerksam, als sie in der italienischen Serie A Bernadette Szocs – aktuell die Nummer 2 des europäischen Rankings – besiegen konnte.

Tofant wird in der kommenden Saison die Rolle der Nummer 1 übernehmen und dem Team zusätzliche Durchschlagskraft verleihen.

Auch im Trainerteam kam es so zu Veränderungen. Nach dem Abgang von Thomas Hunyar war der Verein gefordert, eine neue Lösung zu finden. Da Cheftrainer Pekka Pelz aufgrund seines Engagements als Spielertrainer der Herren nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht, entschied sich der TTC Neuhausen für eine zusätzliche Verstärkung im Staff.

Mit Joachim Klappenecker konnte ein erfahrener Coach gewonnen werden. Der Deutsche war in den vergangenen Jahren selbst Teil der NLC-Mannschaft des TTC Neuhausen und erreichte Anfang Mai den dritten Rang an den Seniorenschweizermeisterschaften.

Nach dem Halbfinal-Aus in der vergangenen Saison richtet sich der Blick nun wieder nach vorne – mit einer klaren Zielsetzung:
«Den Superfinal haben wir verpasst – das wollen wir unbedingt korrigieren. Gerade auch mit Blick darauf, dass der Superfinal 2027 in Schaffhausen stattfinden wird.»

Mit einer neu zusammengestellten Mannschaft, die Erfahrung, internationale Qualität und Entwicklungspotenzial vereint, sieht sich der TTC Neuhausen gut aufgestellt. Die Richtung ist klar: Das Team will in der STTL Women erneut eine tragende Rolle spielen und den Schritt zurück an die Spitze schaffen. Ein weiterer Titel würde den Neuhauserinnen ermöglichen, mit Rekordmeister Rapid Genève gleichzuziehen.