Text: Lyo Bührer / Bild: Ranil Jayanetti
Nach einer schwierigen Saison in der STTL-Men hat sich der TTC Neuhausen entschieden, einen weiteren grossen Umbruch im Kader vorzunehmen.
In der vergangenen Spielzeit musste die Mannschaft um Spielertrainer Pekka Pelz ohne einen einzigen Sieg in die Play-Outs, wo der Ligaerhalt schliesslich gegen Rapperswil-Jona gesichert werden konnte. Ein Verlauf, der so nicht zu erwarten war.
Lyo Bührer, sportlicher Leiter des TTC Neuhausen ordnet die Saison ein:
„Mit unseren drei Stammspielern in Normalform konnten wir jedem Gegner gefährlich werden – das haben wir mehrfach bewiesen.“ Ein zentrales Problem sei jedoch die fehlende Konstanz gewesen: „Gerade einmal in drei Spielen konnten wir in Bestbesetzung antreten, zwei davon gegen die späteren Superfinalisten ZZ Lancy und Carouge. Verletzungen, Krankheiten und kurzfristige Ausfälle waren an der Tagesordnung und haben die Saison sportlich wie organisatorisch sehr anspruchsvoll gemacht.“
Für die kommende Saison hat sich der TTC Neuhausen bewusst für einen neuen Ansatz entschieden. Der Fokus liegt nicht mehr primär auf maximaler individueller Qualität, sondern auf Verlässlichkeit und Teamdynamik.
„Ich habe mich mit Pekka früh ausgetauscht und wir waren uns schnell einig: Teamgeist, Zusammenhalt und Zuverlässigkeit stehen im Vordergrund – nicht die maximale Qualität“, erklärt Bührer.
Das neu formierte Team rund um den designierten Cheftrainer Pekka Pelz wird sich voraussichtlich erneut in der unteren Tabellenhälfte bewegen. Diese Ausgangslage nimmt der Verein jedoch bewusst in Kauf.
Mit Pekka Pelz bleibt zumindest eine Konstante erhalten. Der Spielertrainer wird dem Team für sämtliche Meisterschaftsspiele zur Verfügung stehen.
Als zweite tragende Säule stösst Marcel Neumaier zum TTC Neuhausen. Der 25-jährige Deutsche kommt von den TTSF Hohberg und spielte dort im vorderen Paarkreuz der Regionalliga. Mit einer leicht negativen Bilanz konnte er dort eine solide Saison spielen. In Neuhausen soll er vor allem durch seine Konstanz und seine vollständige Verfügbarkeit Stabilität ins Team bringen.
Ergänzt wird das Gerüst durch zwei Spieler mit hoher individueller Klasse.
Marius Henninger wechselt nach drei Saisons in der 2. Bundesliga – zuletzt bei der Zweitvertretung des Champions-League-Siegers 1. FC Saarbrücken – an den Rheinfall. Der Deutsche bringt damit wertvolle Erfahrung auf hohem Niveau mit.
Die neue Nummer 1 wird Adam Robertson. Der ehemalige walisische Nationalspieler lief in der vergangenen Saison für die Young Stars Zürich auf und überzeugte auch in der Regionalliga mit starken Leistungen im vorderen Paarkreuz. In beiden Ligen konnte der mit seinen 42 Jahren routinierteste Neuhauser knapp 80% seiner Spiele gewinnen.
Sein Name hat in der Munotstadt einen vertrauten Klang: Robertson ist der Ehemann der langjährigen Führungsspielerin der Neuhauser Damen, Laura Robertson. Nun wird er selbst im TTZ Ebnat eine zentrale Rolle übernehmen.
Für zusätzliche Flexibilität und die notwendige Tiefe im Kader sorgen mehrere ergänzend lizenzierte Ersatzspieler. Je nach Verfügbarkeit können sie punktuell zum Einsatz kommen und das Team entlasten.
Der grösste bereits bekannte Name ist wohl Raffael Turrini, der in der Vergangenheit bereits Erfahrung in der Tischtennis-Bundesliga sammeln konnte.
Die Zielsetzung für die neue Saison ist bewusst realistisch gewählt. Der TTC Neuhausen stellt die kurzfristigen Resultate hinter eine nachhaltige Entwicklung zurück.
Der Fokus liegt auf einem funktionierenden Teamgefüge, hoher Präsenz und stabilen Abläufen.
Das Ziel ist klar: Die entscheidenden Punkte im Kampf um den Ligaerhalt sollen als Team erarbeitet werden.