Text: Lyo Bührer / Bild: Urs Schärrer
Die Play‑out‑Serie zwischen Neuhausen und Rapperswil‑Jona entschied über den Verbleib in der Swiss Table Tennis League und wurde im gleichen kurzen Modus wie die Damen‑Playoffs ausgetragen. Gespielt wurde eine Best‑of‑Three‑Serie, wobei eine Begegnung endet, sobald ein Team drei Siege erzielt hat. Neuhausen nutzte diese Ausgangslage konsequent und sicherte sich den Ligaerhalt bereits nach zwei Begegnungen. Rapperswil‑Jona hingegen muss nun in die Barragespiele gegen den Verlierer des NLB‑Finals zwischen Vevey und ABTT.
Spiel 1 – Samstag
Bereits vor dem ersten Ballwechsel war klar, dass die personellen Voraussetzungen den Verlauf der Serie entscheidend prägen würden. Rapperswil‑Jona musste gleich auf zwei Schlüsselspieler verzichten: Die nominelle Nummer 1 Kirill Fadeev war aufgrund der nicht erreichten 50‑Prozent‑Einsatzquote nicht spielberechtigt, Gonçalo Gomes stand wegen gleichzeitiger Playoff‑Einsätze in Portugal nicht zur Verfügung. So rückte NLB‑Spieler Linus Trummler ins Team. Neben ihm kam Dauerbrenner und Teamcaptain Denis Bernhard zum Einsatz, ebenso wie der starke Slowake Martin Guman.
Auch auf Neuhauser Seite war die Situation alles andere als ideal. Der Einsatz von Dauud Cheaib war bis zum Spieltag fraglich, angeschlagen biss er jedoch auf die Zähne und stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Mit Kestutis Zeimys stand der litauische Meister ebenso zur Verfügung wie Spielertrainer Pekka Pelz.
Im Doppel, das im neuen System eine zentrale Rolle einnimmt und ausschliesslich von den Spielern auf den Positionen 2 und 3 bestritten wird, erwischten Pekka Pelz und Dauud Cheaib einen wackligen Start und konnten den ersten Satz gerade noch so über die Ziellinie retten. Sie konnten sich dann taktisch stark anpassen und schlugen das Duo Bernhard/Trummler letztlich klar mit 3:0.
Kesha Zeimys blieb in einem engen ersten Satz gegen Guman cool und siegte mit 15:13. In der Folge spielte der Litauer stark auf und reüssierte gar mit 3:0.
Pekka Pelz musste den ersten Satz gegen Denis Bernhard noch abgeben, konnte sich in der Folge jedoch in einer ausgeglichenen Partie steigern – letztlich gewann Pelz mit 3:1 auch das dritte Duell der beiden Captains in dieser Saison und sichere Neuhausen das 3:0, somit hiess es Matchball am Sonntag in der heimischen Halle.
Spiel 2 – Sonntag
Im Tischtenniszentrum Ebnat hatten die Neuhauser in selber Formation die Chance den Klassenerhalt bereits zu sichern.
Cheaib/Pelz zeigten im Doppel erneut kaum Schwierigkeiten, zwar wurde es im zweiten Satz noch einmal knapp nachdem die Neuhauser eine deutliche Führung verspielte, letztlich blieb der Sieg mit 3:0 allerdings weitgehend ungefährdet.
Kesha Zeimys erwischte Gegen Guman auch heute einen guten Start, führte in Satz 1 mit 4:1, es folgte jedoch ein grosses Leistungsloch, welches Guman nutzte und den Satz zum 5:11 drehte.
In Satz 2 übernahm Guman die Initiative und spielte gut auf. Mit 7:10 lag Kesha zurück, kämpfte sich auf 9:10 ran, was Guman zu seinem Time-out bewegte. Die Chance des dritten Satzballs liess sich Guman erneut entgehen, verschoss einen „Penalty“ und liess Zeimys mit 12:10 den Satz drehen.
In Satz 3 startete Guman mit einer 0:4 Führung, liess Kesha wieder rankommen und gewann dann den schönsten Ballwechsel des Tages, der Bruch im Spiel des Litauers, der diesen Satz deutlich verlor.
Im vierten Satz konnte Kesha noch zwei Matchbälle abwehren, vergab allerdings auch einen bevor Guman sich den Sieg sicherte.
Pelz war an diesem Sonntag der deutlich stärkere Spieler als Bernhard, spielte überzeugend aktiv und druckvoll und liess kaum einen Zweifel am 3:0 Sieg.
Im Duell von Kesha gegen Trummler wurde der Klassenunterschied klar sichtbar, Kesha fuhr den 3:0 Sieg ungefährdet ein und sicherte so definitiv den Ligaerhalt.
Einordnung und Ausblick
Neuhausen sichert sich den Verbleib in der Swiss Table Tennis League verdient. Trotz schwieriger personeller Ausgangslage überzeugte das Team mit Geschlossenheit, taktischer Klarheit und starkem Einsatzwillen.
Während Neuhausen frühzeitig Planungssicherheit hat, geht der Kampf für Rapperswil‑Jona weiter. Die Mannen vom Obersee müssen nun in den Abstiegs‑Barragespielen gegen den Verlierer des NLB‑Finals zwischen Vevey und ABTT um den Verbleib in der höchsten Spielklasse kämpfen.
Neuhausen hingegen hat sein Ziel erreicht – und wird auch in der kommenden Saison erstklassig antreten.