STTL-Men: Wichtige Punkte in Genf

Auch aufgrund personeller Schwierigkeiten stecken die Neuhauser Herren in der Swiss Table Tennis League weiterhin mitten drin im Abstiegskampf. Am vergangenen Wochenende standen die schwierigen Auswärtsspiele bei den beiden Genfer Superfinal-Teilnehmern ZZ-Lancy und Carouge an. Der TTC Neuhausen konnte in Bestbesetzung antreten: Spielertrainer Pekka Pelz, Dauud Cheaib als Nummer 1 und der litauische Meister Kestutis (Kesha) Zeimys machten sich auf die Reise an den Genfersee.

Samstag vs ZZ-Lancy
Lancy trat ohne seine Nummer 1 Benjamin Fruchart an, für den der ehemalige Neuhauser Chaitanya Vepa ins Team rückte. Vervollständigt wurde das Trio durch die Schweizer Nummer 2 Yoan Rebetez sowie den besten Schweizer Abwehrspieler Loïc Stoll.

Neuhausen startete gut ins Spiel: Zeimys setzte sich gegen Vepa in vier äusserst knappen Sätzen durch und brachte Neuhausen in Führung. Pelz lieferte sich parallel mit Rebetez ein intensives Match, verlor den ersten Satz mit 14:16, drehte die Partie aber und gewann schliesslich verdient mit 3:1, womit die Neuhauser Führung anwuchs.

Cheaib stand daraufhin Stoll gegenüber und fand nach verlorenem Startsatz gut ins Match, führte schliesslich 2:1, konnte den Ausgleich des Abwehrstrategen aber nicht verhindern. Im Entscheidungssatz wechselten die Seiten beim Stand von 5:2 für Neuhausen, doch Stoll drehte das Spiel und verkürzte für Lancy. Am Nebentisch vergab Zeimys derweil eine grosse Chance: Nach 2:1-Satzführung und einer 10:7-Führung im fünften Satz konnte er drei Matchbälle nicht nutzen und verlor noch 10:12, was den Genfern zusätzlich Auftrieb gab.

Cheaib sorgte im Duell mit Vepa wieder für eine Neuhauser Führung, wobei er nur kurz ins Straucheln geriet und letztlich souverän mit 3:1 gewann. Pelz musste gleichzeitig gegen Stoll über die volle Distanz, nachdem er eine frühe Führung nicht halten konnte. In einem ausgeglichenen Entscheidungssatz hatte erneut der Genfer das glücklichere Ende – damit stand es 3:3, und alle drei Lancy-Siege bis dahin waren über den fünften Satz gegangen.

Im Doppel traten Cheaib und Pelz gegen Vepa/Rebetez an. Nach einem starken Auftakt und einem hart umkämpften zweiten Satz, der mit 15:17 verloren ging, ging es erwartungsgemäss erneut in einen fünften Satz. Diesmal entschied Neuhausen das Duell mit 14:12 für sich, was die Gäste erneut in Führung brachte.

Cheaib legte gegen Rebetez mit einem klaren 3:0 nach, bevor Zeimys gegen Stoll chancenlos blieb und 1:3 verlor. Das abschliessende Einzel zwischen Pelz und Vepa verlief äusserst unglücklich: Die beiden ersten Sätze entschied Vepa bei 11:11 mit je einem Kantenball für sich. Der Genfer gewann schliesslich auch den dritten Satz und stellte den 5:5-Endstand sicher.

Sportchef Lyo Bührer bilanziert: „Einen Punkt gegen Lancy hätte ich vor dem Spiel wohl sofort unterschrieben, der Verlauf hätte aber mehr hergegeben. Wir brauchen jeden Punkt, daher muss man sich fragen: Was wäre möglich gewesen? Jetzt heisst es abhaken und voller Fokus auf morgen.

Sonntag vs Carouge
Tags darauf wartete Carouge, das ohne Maxime Antoine-Michard auskommen musste, dennoch aber erneut mit grosser Qualität antrat: Neben den beiden Franzosen Nolan Givone und Clément Chobeau spielte auch der wohl grösste Name der Liga: Mihai Bobocica, siebenfacher italienischer Meister und ehemalige Nummer 55 der Welt. Neuhausen spielte unverändert in derselben Aufstellung wie tags zuvor.

Pelz zeigte im Auftaktmatch gegen Givone eine konzentrierte Leistung und gewann trotz zwischenzeitlichem Ausgleich souverän 3:1. Zeimys gelang gegen Chobeau dasselbe Kunststück – auch er blieb weitgehend ungefährdet und gewann 3:1, womit Neuhausen erneut zwei frühe Siege sammelte.

Da Bobocica auf Position 2 gesetzt war, kam es früh zum Spitzenduell mit Cheaib. Der Deutsche gewann den ersten Satz in der Verlängerung, musste anschliessend jedoch die Klasse des Italieners anerkennen und verlor 1:3. Pelz kämpfte daraufhin gegen Chobeau um jeden Ball, führte nach einer starken Phase 2:1 in Sätzen, doch der Genfer erzwang den Entscheidungssatz und setzte sich dort durch.

Cheaib tat sich zeitgleich im Spiel gegen Givone schwer, zeigte aber im fünften Satz Nervenstärke und gewann 11:8. Zeimys blieb gegen Bobocica chancenlos und verlor 0:3.

Im Doppel traten diesmal Pelz und Zeimys an. Nach einer starken 2:0-Führung kamen Chobeau/Bobocica besser ins Spiel, glichen aus und entschieden den fünften Satz deutlich für sich.

Die abschliessenden Einzel verliefen klar: Cheaib dominierte Chobeau mit 3:0, Pelz verlor deutlich gegen Bobocica, und Zeimys setzte mit einem sicheren 3:0 über Givone den Schlusspunkt zum erneuten 5:5-Unentschieden. Erneut holte Neuhausen mehr Sätze als der Gegner, blieb aber ohne Sieg.

Bührer zeigte sich dennoch zufrieden: „Zwei Unentschieden in Genf sind alles andere als selbstverständlich. Natürlich hätten wir gerne drei oder vier Punkte mitgenommen, aber jeder Punkt zählt. Die Mannschaft hat alles gegeben – und die Hoffnung auf den direkten Ligaerhalt lebt.

Abstiegskampf spitzt sich zu

Schon vor dem Wochenende war klar, dass Neuhausen auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen sein würde. Rapperswil-Jona trat am Samstag ohne seine beiden Topspieler Kirill Fadeev und Martin Guman gegen Leader Lugano an und blieb beim klaren 0:6 chancenlos. Am Sonntag hatte das Team vom Obersee spielfrei. Am letzten Spielwochenende empfängt Rappi die beiden Genfer Teams an der heimischen Kreuzstrasse. Fadeev – die klare Nummer 1 des Teams – muss dabei zwingend eingesetzt werden, ansonsten wäre er für mögliche Playouts nicht spielberechtigt.

Muttenz absolvierte dasselbe Programm wie Neuhausen, einfach in umgekehrter Reihenfolge. Gegen Carouge setzte es ein deutliches 0:6, während die Baselbieter gegen Lancy eine starke Reaktion zeigten, sich aber dennoch 4:6 geschlagen geben mussten. Zum Saisonabschluss wartet für Muttenz – genau wie für Neuhausen – nur noch das schwierige Auswärtsspiel in Lugano.

Neuhausen bleibt damit punktgleich mit Rapperswil-Jona am Tabellenende und liegt lediglich einen Punkt hinter Muttenz auf dem rettenden fünften Rang. Die Entscheidung über den direkten Ligaerhalt fällt Ende März: Platz 5 bleibt in der Liga, während Platz 6 und 7 im Playout den Absteiger ermitteln.

Lyo Bührer ordnet ein: „Die Ausgangslage hat sich dank der beiden Punkte an diesem Wochenende ein klein wenig entspannt. Am letzten Spielwochenende wollen wir Lugano nochmals überraschen, sind aber darauf angewiesen, dass unsere Konkurrenten nicht punkten. Auch ein 6. Rang wäre bereits wertvoll, weil er uns im Playout den Heimvorteil sichern würde. Und sollten wir tatsächlich in die Playouts müssen, bin ich zuversichtlich, dass wir den Ligaerhalt schaffen. Wir haben gezeigt, dass wir in Bestbesetzung in diese Liga gehören.