Text: Lyo Bührer / Bilder: René Zwald/Urs Schärrer
Eine 10‑köpfige Neuhauser Delegation reiste am vergangenen Wochenende an den CCB Europe Top16 Cup nach Montreux. Die besten Spielerinnen und Spieler Europas duellierten sich dort um den Sieg dieses prestigeträchtigen Turniers.
Während das Turnier bereits am Donnerstag und Freitag Fahrt aufnahm, reisten die Neuhauser erst für das Wochenende – und damit für die Partien ab den Viertelfinals – an den Genfersee. Zu diesem Zeitpunkt war keine Schweizer Beteiligung mehr im Turnier vertreten. Bei den Damen trat standesgemäss die amtierende Schweizermeisterin Rachel Moret an, musste jedoch nach einer ernüchternden Leistung gegen Charlotte Lutz frühzeitig die Segel streichen.

Bei den Herren zeigte Pedro Osiro gegen Álvaro Robles einen mutigen Auftritt, gewann sogar den ersten Satz und hatte weitere Satzbälle in Satz drei. Am Ende musste er sich dennoch mit 1:3 geschlagen geben – eine beachtliche Leistung des Muttenzers.

Ab den Viertelfinals durften die Neuhauser dann Tischtennis der europäischen Spitzenklasse geniessen. In den samstäglichen Begegnungen setzten sich unter anderem die beiden Lebrun‑Brüder durch. Die Topfavoriten – insbesondere nach dem überraschendem Achtelfinal-Aus des an Nummer 1 gesetzten Truls Möregårdh – trafen dadurch bereits im Halbfinale aufeinander. Auf der anderen Seite des Turnierbaums sicherte sich der Deutsche Benedikt Duda erstmals den Einzug in die Runde der letzten Vier, wo der dreifache Montreux‑Sieger Darko Jorgić wartete.
Am Sonntag folgte ein spektakuläres Brüderduell: Alexis Lebrun zeigte sich gegen Félix in bestechender Form und entschied das hochklassige Match mit vielen brillanten Ballwechseln klar mit 3:0 für sich. Wie bereits im Vorjahr hiess der Finalgegner Darko Jorgić, der sich zuvor gegen Duda mit 3:1 durchgesetzt hatte. Im anschliessenden Endspiel bestätigte Alexis seine überragende Konstanz an diesem Wochenende und sicherte sich – wie im Vorjahr – mit einem verdienten 3:1 den Titel.
Bei den Damen triumphierte erstmals die Deutsche Sabine Winter. Die Antitop‑Spezialistin präsentierte sich in bester Verfassung und marschierte fast ungefährdet ins Finale. Dort traf sie auf die Rumänin Bernadette Szőcs, welche zuvor die stark aufspielende Qualisiegerin Charlotte Lutz ausgeschaltet hatte. Seit Winters Wechsel auf den „Glanti“ trafen die beiden bereits drei Mal auf internationaler Bühne aufeinander – alle drei Begegnungen gewann Winter jeweils 3:0. Auch diesmal blieb sie ihrer Linie treu: In einem historisch kurzen Final, der kaum eine Viertelstunde dauerte, dominierte sie klar mit 11:4, 11:4, 11:4.
Für die Neuhauser Delegation war das Wochenende in Montreux jedoch nicht nur sportlich hochstehend, sondern auch atmosphärisch ein Highlight. Die ausverkaufte Halle in Clarens bot eine fantastische Kulisse, die intensiven Ballwechsel und emotional geführten Duelle sorgten für unvergessliche Momente. Nun heisst es: zurück in die Halle und das Gesehene umsetzen.
