Überraschung am Samstag
Am vergangenen Samstag empfingen die Damen des TTC Neuhausen im Tischtenniszentrum Ebnat die letztjährigen Halbfinalgegnerinnen von Rio-Star Muttenz. Die Schweizermeisterinnen traten mit der französischen Nummer 1 Lucie Gauthier, der jungen Vanessa Völkel sowie Captain Akhyata Patra an, die jedoch aufgrund einer Erkältung nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war.
Die Gäste aus dem Baselbiet reisten mit einer starken Formation in die Munotstadt: Neben der letztjährigen U11-Europameisterin Enya Hu und Captain Emma Kühn sorgte die Rückkehr der ehemaligen Weltklassespielerin Alex Blazek für eine Überraschung. Die Slowenin hatte die Halbfinals der Vorsaison wegen ihrer Schwangerschaft verpasst und auch den Saisonauftakt ausgelassen. Nun stand sie erstmals wieder am Tisch. Gecoacht wurde das Team wie gewohnt vom mehrfachen Schweizermeister Lionel Weber.
Die Auftaktpartien verliefen erwartungsgemäss: Vanessa Völkel unterlag Enya Hu deutlich in drei Sätzen, während Lucie Gauthier ebenso klar gegen Emma Kühn reüssierte. Für Akhyata Patra bedeutete das Duell mit Blazek einen schwierigen Saisonstart. Zwar hatte sie die Slowenin im letzten Aufeinandertreffen noch bezwingen können, diesmal war sie gesundheitlich angeschlagen und konnte der Routine ihrer Gegnerin wenig entgegensetzen.
Am Nebentisch bestätigte Gauthier ihren Status als Nummer 1 der Liga und besiegte Hu souverän. Völkel hatte gegen Blazek erneut das Nachsehen und unterlag klar mit 0:3. Patra trat nun gegen Emma Kühn an. Zwar konnte die Baslerin zwischenzeitlich zum 2:1 aus Neuhauser Sicht aufschliessen, doch Akhyata blieb standhaft und sicherte sich den Sieg.
Mit einem 3:3-Zwischenstand ging es ins entscheidende Doppel – und dieses war nichts für schwache Nerven. Gauthier/Patra lieferten sich ein sehenswertes und äusserst enges Spiel mit Hu/Blazek. Beim Stand von 2:1 hatten die Neuhauserinnen gleich drei Matchbälle, konnten diese jedoch nicht nutzen. Die Gäste drehten den Satz und gewannen ihn mit 15:13. Im Entscheidungssatz zeigten die Gastgeberinnen dann die besseren Nerven und holten sich den Punkt.
Mit dem 4:3 ging es ins Spitzenspiel zwischen den beiden Nummer-1-Spielerinnen. Die ersten drei Sätze gingen allesamt in die Verlängerung, wobei Gauthier im dritten Satz mehrere Matchbälle vergab. Den vierten Satz gestaltete sie dann deutlich und sicherte sich das 3:1. Am Nebentisch war das Spiel zwischen der mittlerweile völlig erschöpften Patra und Enya Hu bereits beendet – die U13-Vizeeuropameisterin setzte sich klar mit 3:0 durch.
Die Entscheidung musste nun im letzten Einzel fallen: Vanessa Völkel gegen Emma Kühn. Die ersten beiden Sätze hätten gegensätzlicher nicht sein können – 2:11 aus Sicht von Völkel, dann 11:3 für sie. Den dritten Satz entschied Kühn knapp für sich und machte im vierten Satz in der Verlängerung den Sack zu.
Endstand: 5:5 – ein überraschendes Unentschieden.
TTCN-Sportchef Lyo Bührer kommentierte:
„Ich war schon überrascht, als ich Alex Blazek heute in die Halle kommen sah. Damit war klar, dass es schwieriger werden würde. Da Akhyata nicht wirklich fit war, können wir mit dem Unentschieden ganz gut leben. Es wäre mehr drin gelegen, das Pendel hätte aber auch in die andere Richtung umschlagen können.“
Erfolg am Sonntag
Am Sonntag traten die Neuhauserinnen auswärts bei den Young Stars Zürich an – erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung. Im Vergleich zum Vortag rückte die ehemalige Bundesligaspielerin Laura Robertson für Vanessa Völkel ins Team. Einziger Wermutstropfen: Akhyata Patra war weiterhin angeschlagen und konnte nicht ihr bestes Tischtennis abrufen.
Für YSZ spielten U15-Talent Ilvi Ulrich, die siebenfache Mixed-Schweizermeisterin Ilona Renold (jeweils gemeinsam mit ihrem Mann, dem 29-fachen Schweizermeister Stefan Renold) sowie die Schweizermeisterin von 2022 und amtierende O70-Europameisterin Elmira Antonyan.
Zum Auftakt tat sich Laura Robertson gegen Renold überraschend schwer. Die ehemalige deutsche Nationalspielerin musste nicht nur zwei Satzverluste, sondern auch zwei Matchbälle gegen sich hinnehmen. Diese konnte sie jedoch abwehren und den Entscheidungssatz mit 13:11 für sich entscheiden. Am Nebentisch machte sich Patras Gesundheitszustand bemerkbar – sie unterlag ihrer Dauerrivalin und Doppelpartnerin Ilvi Ulrich mit 1:3.
Lucie Gauthier musste sich zunächst an das Spiel von Antonyan gewöhnen. Nach dem 1:1-Satzausgleich schaltete sie einen Gang höher und gewann mit 3:1. Robertson liess Ulrich keine Chance und reüssierte mit 3:0. Mit dem gleichen Ergebnis besiegte Gauthier auch Renold.
Patra lieferte sich ein hochklassiges Duell mit Antonyan. Nach 0:2-Rückstand kämpfte sie sich in zwei packenden Verlängerungssätzen (16:14 und 15:13) zurück, musste sich im Entscheidungssatz jedoch der Routine der Gegnerin geschlagen geben. Beim Stand von 4:2 für Neuhausen folgte das Doppel.
Gauthier/Robertson harmonierten hervorragend und machten kurzen Prozess – 3:0 gegen Ulrich/Antonyan. Gauthier liess auch Ilvi Ulrich zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen, reagierte im dritten Satz mit einem klaren 11:1 und sicherte sich auch den vierten Satz. Damit machte sie ihre makellose 12:0-Bilanz in dieser Saison perfekt und gleichzeitig den 6:2-Sieg der Neuhauserinnen klar.
Dass Robertson am Nebentisch überzeugend mit 3:0 gegen Antonyan gewann, geriet dabei fast zur Nebensache – dieses Spiel floss nicht mehr in die Wertung ein.
TTCN-Sportchef Lyo Bührer resümierte:
„Der Pflichtsieg ist erzielt und so dürfen wir nun auf Rang 2 verweilen, bevor wir gegen Uster die Hinrunde beenden. Ich glaube, wir dürfen uns zufrieden zeigen.“