NLA Herren – Neuhausen verliert 5:5 (17:22) und verpasst den Superfinal

Beide Teams spielen unverändert in gleicher Aufstellung wie an den Vortagen. Allerdings hat auch der Heimvorteil wieder gewechselt und Neuhausen hat in Lugano in dieser Saison noch nie gewinnen können. Das Spiel entwickelte sich zum wahren Tischtenniskrimi und bot den Spielern und Zuschauern alles was das Tischtennisherz begehrt… bis auf das Schlussergebnis, das mit 5:5 und 22:17 Sätzen für die Gastgeber endete und Spieler als auch die mitgereisten Fans enttäuschte. Allerdings war die Neuhauser Leistung top. Bei 10:8 und 2:1-Satzführung im letzten Spiel zwischen Szilard György und Mauro Schärrer hatte sich der Youngster zwei Matchbälle erarbeitet… anstelle von einem 6:4-Sieg gab es dann das bittere 5:5-Remis…

  1. Simone Spinicchia (A20) – Mauro Schärrer (A19): Das Spiel verlief völlig anders als die zwei Spiele an den Vortagen. Spinicchia liess Schärrer keine Chance und siegte 3:0.
  2. Szilard György (A20) – Elias Hardmeier (A20) Hardmeier beginnt stark und liegt nach zwei Sätzen 2:0 in Führung. Im dritten Satz kommt der Ungar besser ins Spiel und entscheidet den Satz für sich. Hardmeier lässt sich davon nicht beeinflussen und bleibt weiter aktiv und siegt im vierten Satz. Neuer Spielstand 1:1 (4:3).
  3. Csaba Molnar (A20) – Filip Karin (A20): Karin startet gut ins Spiel, macht alles richtig und geht schnell mit 2:0 in Führung. Im dritten Satz kommt Molnar besser ins Spiel und entscheidet diesen Satz für sich. Im vierten Satz kehrt das Spiel und Molnar übernimmt nun das Zepter. 5. Satz: Beide Spieler punkten regelmässig. Bei 4:5 für Karin erfolgt der letzte Seitenwechsel, 6:8 nach einem starken Ball von Karin, der mutig bleibt und bei 7:10 mit drei Matchbällen belohnt wird. Molnar bleibt aber dran und wehrt trotz gutem Spiel von Karin Matchball um Matchball ab und gleich zum 10:10 aus. Karin bleibt aktiv und erzwingt  den nächsten Matchball. Dank einem Eigenfehler von Molnar holt sich Karin dieses wichtige Spiel mit 10:12 in extremis, Neuhausen führt 2:1 (6:6)!
  4. Spinicchia – Hardmeier: Hardmeier kommt nicht ins Spiel und liegt schnell im Rückstand. Im dritten Satz kehrt das Spiel. 3:6-Führung für Hardmeier, Spinicchia holt zum 6:6 auf, worauf Hardmeier sein Timeout nimmt. Über 7:9, 8:10 verwertet Hardmeier den ersten Satzball zum 8:11: Ähnlich im vierten Satz als Hardmeier bei 8:10 zwei Satzbälle hat, die er diesmal nicht verwerten kann. Bei 11:10 hat der Italiener einen Matchball, bei 12:11 den zweiten Matchball und bei 13:12 seinen dritten Matchball verspielt. Hardmeier blockt nun sehr sicher und holt seinen dritten Satzball beim 13:14, der er  Hardmeier verwertete seinen dritten Satzball zum 13:15 zum 2:2 Satzausgleich. 5. Satz: Hardmeier spielt stark und führt beim letzten Seitenwechsel (2:5). Spinicchia verliert seine Sicherheit und macht Eigenfehler. Hardmeier spielt nun aus einem Guss und geht mit 8:2 in Führung. Ein Timeout von Spinicchia ändert nichts mehr am Lauf von Hardmeier, der bei 3:10 seinen ersten Matchball sicher versenkt. Neuhausen geht 3:1 (9:8) in Führung!
  5. György – Karin: György dominiert den ersten Satz (11:7). György spielt zu stark für Karin und macht keine Eigenfehler, 3. Satz: Das Spiel ist nun ausgeglichen 3:1, 4:4, 6:6, 7:10, 10:10, 11:10, 12:11, 13:12. György verwertet seinen dritten Matchball zum 3:3 Sieg. Neuhausen führt noch 3:2 (9:11).
  6. Molnar – Schärrer: In diesem Spiel entscheidet sich ob Neuhausen mit einer 4:2-Führung oder mit 3:3 in das wichtige Doppel geht. Das Spiel startete mit leichten Vorteilen für Molnar, der Mitte Satz mit 7:5 führt. Schärrer macht zu viele Eigenfehler, Molnar führt 10:6 und verwertet seinen ersten Satzball. 2:2, 7:2, das Timeout von Schärrer bringt keine entscheidende Wende 11:6 und 2:0 Satzführung. 3. Satz: 2:2, 3:3, 4:4, 4:6, 6:6, 7:7, 8:7 nach Vorteil im Ballwechsel, erster Matchball Molnar bei 10:7, Schärrer wehrt auch den zweiten Matchball ab, Molnar verwertet den dritten Matchball zum 11:9. Lugano gleicht zum 3:3 und führt in den Sätzen 14:9. Damit ist klar, dass Neuhausen das Spiel gewinnen muss weil der Satzrückstand nicht mehr gedreht werden kann.
  7. Doppel Molnar/György – Hardmeier/Schärrer: Neuhausen startet ungewohnt schwach ins Doppel, Lugano führt rasch 7:1: Nach einem Zwischenspurt zum 7:4, übernehmen wieder die Luganesi das Zepter und bauen die Führung rasch zum 10:4 aus. 11:5 und 1:0 für Lugano. Lugano startet auch im zweiten Satz besser und führt rasch 4:1. Hardmeier/Schärrer kommen endlich besser ins Spiel und holen zum 4:4 auf. Das war leider nur ein Strohfeuer, die nächsten sieben Punkte gehen an Lugano, das von vielen Neuhauser Eigenfehler profitieren. Im dritten Satz kommen Hardmeier/Schärrer endlich besser ins Spiel, bei 8:6 nehmen die Neuhauser ihr Timeout. Dieses bringt keine Wende mehr (11:7), Lugano holt einen wichtigen Sieg und geht 4:3 (17:9) in Führung. Neuhausen steht mit dem Rücken zur Wand und muss alle drei Einzel gewinnen um den Superfinal noch zu erreichen.
  8. Spinicchia – Karin: Nachdem Karin am Vortag erstmals gegen Spinicchia siegte, überfuhr er den Luganesi im ersten Satz (2:11). Der zweite Satz verlief ausgeglichen. 6:6, 9:6, 9:9 und zwei Punkte für Karin führten zum 9:11. 3. Satz: 1:5, Karin spielt sicher und mit viel Spin, was der Luganesi offensichtlich nicht mag. Spinicchia nimmt sein Timeout. 2:6, 3:7, 4:8, lange Ballwechsel, bei 5:9 fehlen Karin zwei Punkte zum Sieg. Spinicchia wehrt sich gegen die Niederlage und macht sechs Punkte in Serie – 11:9. Karin liess sich durch diesen Satzverlust nicht beirren und spielt weiter auf hohem Level. Bei 6:10 verwertet seinen ersten Matchball zum Sieg. Neuhausen gleicht zum 4:4 (18:12) aus – was für ein Spiel!
  9. Molnar – Hardmeier: Molnar startet extrem stark in die Partie und führt 6:0. Hardmeier wehrt sich und kommt auf 9:7 heran. Molnar holt die letzten zwei Punkte zum 11:8; 0:2, 1:3, beide spielen nun unglaublich gut und Molnar macht zwei schöne Punkte, Nach dem 4:4 dominiert Hardmeier und erarbeitet sich bei 6:10 die ersten Satzbälle (6:11). 3. Satz: 3:3, 7:3, 8:4, 8:6 mit Glück für Hardmeier, Molnar spielt weiter stark und liegt 9:7 in Front. Hardmeier steigert sich nochmals und gleich zum 9:9 aus. Er macht auch die nächsten zwei Punkte – 9:11 und 1:2-Satzführung für Hardmeier. Bei 0:3 nimmt Molnar sein Timeout, das ihn nicht weiterbringt. 0:6 liegt Hardmeier in Front und wenig später 4:10. Hardmeier verwertet seinen ersten Matchball – Neuhausen führt wieder 5:4 (15:19).
  10. György – Schärrer: Nach jetzt schon über drei Stunden Spielzeit entscheidet das letzte Einzel über diese unglaubliche Play-Off-Serie, die heute zu einem veritablen Krimi geworden ist. 5:0 geht György in Führung. Schärrer steigert sich plötzlich und gleicht mit fünf schönen Punkten zum 5:5 aus. Er spielt sich nun in einen Flow und geht 5:9 in Führung, Vom 5:0 zum 5:9 bucht Schärrer neun Punkte in Serie!. György wehrt sich gegen den Satzverlust. 6:9 nach langem Ballwechsel, 7:9, 7:10, 8:10, Schärrer verwertet seinen zweiten Satzball und geht 1:0 in Führung. Vorteil Neuhausen. 2. Satz: 2:2, 3:3, 5:3, 5:5, 6:6, 8:6 und Aufschlag György 9:6, 9:7 und Aufschlag Schärrer, 9:9, Schärrer bleibt aktiv, macht aber zwei Eigenfehler (11:9). 3. Satz: 3:1, 4:2, 6:4, 7:5, der zwei Punkte-Rückstand bleibt. 7:7, diesmal hat Schärrer das Glück auf seiner Seite, 7:9, 8:9 bei Aufschlag György, 9:9 bei Aufschlag Schärrer, 10:9, 10:10, 11:10, 11:11, 11:12, 12:12, 13:12, 13:13, 13:14, Schärrer punktet, zeigt aber den Netzaufschlag an, der Aufschlag wird wiederholt. 14:14, 15:14, dann drei Punkte in Serie für Schärrer 15:17. Schärrer führt 2:1, es fehlt noch ein Satz zum Sieg….0:3 und ein zweites Timeout von György, was reglementarisch nicht erlaubt ist da er im Satz zuvor schon ein Timeout angezeigt hatte. 1:5 Aufschlag György, 2:5, 2:6 mit einem tödlichen Netzball, am fehlenden Glück für Schärrer liegt es nicht. 3:7 und Aufschlag György, 5:7, Aufschlag Schärrer, beide Spieler machen nun auch Eigenfehler 6:8, 7:9, 8:9 nach langem Ballwechsel mit extremen Winkeln, György gibt alles. Dann 8:10 und zwei Matchbälle für Schärrer, die György abwehrt. Mit vier Punkten in Serie gleicht György zum 2:2 aus. Nach rund 3:40 Spielzeit entscheidet der allerletzte Satz dieses Halbfinal! 5. Satz: György geht 4:1 in Führung, György ist zurück im Spiel, nun nimmt Schärrer sein Timeout. Bei 5:2 werden letztmals die Seiten gewechselt. Zwei Minuten später steht es 5:5, Schärrer kämpft sich zurück ins Spiel. 6:6 – Tischtennis ist definitiv nichts für schwache Nerven! Dann 10:8, zwei Matchbälle György. Den ersten Matchball wehrt Schärrer ab, beim zweiten ist er im Ballwechsel am Drücker aber György hält dagegen und verwertet seinen zweiten Matchball mit seiner Rückhand nach rund 3:50 Spielzeit zum umjubelten 11:9-Sieg für die Luganesi.

Lugano erreicht damit in Extremis mit dem 5:5 (22:17)-Sieg den Superfinal am 28.5. in Schaffhausen und fordert dann den Titelverteidiger ZZ-Lancy heraus. Das Neuhauser Trio zeigte eine grossartige Leistung und hätte sich die Teilnahme am Superfinal auch verdient… Das Ziel Ligaerhalt wurde bei Weitem übertroffen und das Potenzial ist gross. Die nächste Chance wird in der kommenden Saison kommen.