Mädchen-Tischtennis fördern

Tischtennis – ein idealer Sport für Mädchen? Man(n) würde es meinen… kein direkter Körperkontakt, nicht zu nahe beim Gegner, ein Spiel mit einem Ball, man kann sich während dem Spiel auch mal unterhalten, gefordert werden Schnelligkeit, Geschicklichkeit und mentale Stärke. Also ein idealer Sport für Mädchen. So müsste es sein, ist es in der Realität in der Schweiz aber nicht. Weit entfernt – nur 8 % aller Lizenzen sind in der Schweiz im Besitz einer weiblichen Tischtennisspielerin. Also muss es noch andere Gründe geben, warum Mädchen und Damen selten eine Tischtennislizenz lösen!

Genau dieses Thema hat Nina Gutknecht vom Tischtennisclub Uster in ihrer Maturaarbeit intensiv unter die Luppe genommen und danach gleich etwas gegen den Mädchen-Mangel im Schweizer Tischtennis gemacht. Sie hat eine Mädchen-Tischtennisgruppe für Spielerinnen im Alter von 7 bis 10 Jahren gegründet und bereits mehrere Mädchen gefunden, die in ihrer Gruppe aktiv und regelmässig mitmachen.

Auch der Schweizer Dachverband swisstabletennis hat kürzlich etwas gegen den Mädchen-Mangel im Schweizer Tischtennis gemacht. Am 19. November fand in Wädenswil unter der kompetenten Leitung von Sonja Wicki, Romana Förstel und Nina Gutknecht ein spezieller Mädchen-Tischtennistag statt. Eingeladen wurden die Finalistinnen der School Trophy 2017, die den ganzen Tag mit viel Freude und Engagement trainiert haben. In der gleichen Halle trainierten auch die Little-Tokyo-Mädchen-Gruppe mit den besten Schweizer U13- und U15-Spielerinnen, die den jüngeren Spielerinnen zeigten was man mit regelmässigem Training erreichen kann. Beim abschliessenden 2er-Teamturnier machten die grossen Mädchen dann auch mit und alle Mädchen hatten viel Spass an diesem Tag.

Unter den teilnehmenden Mädchen befand sich mit der achtjährigen Sira Schärrer auch ein Neuhauser Tischtennis-Girl, das viel lieber mit Mädchen als mit Knaben spielt. Kein Wunder – ist sie sie doch nicht nur in der TT-Halle sondern auch noch zuhause in der Minderzahl bei drei Brüdern. Einen Vorteil gibt es dann aber für sie doch noch: Sie kann ihren grösseren Brüdern Mauro und Livio etwas abschauen beim Tischtennistraining und dann in der Mädchengruppe ausprobieren. Zwar gibt es beim Tischtennisclub Neuhausen derzeit auch noch keine eigene Mädchengruppe, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Interessentinnen melden sich beim TTCN-Trainer Pavel Rehorek.