NLA Play-Off-Finalrückspiel: TTCN Damen zum zehnten Mal Schweizer Meister

Die Damen des TTC Neuhausen haben es erneut geschafft. Zum zehnten Mal in der über 40-jährigen Vereinsgeschichte wurden sie Schweizer Meister! im Rückspiel des NLA Play-Off-Finales in Luzern konnten sie auch heute einen Sieg einfahren. Mit 6:3 konnte man knapp die Oberhand behalten. Rapid Luzern zeigte sich einmal mehr als fairer Gegner und Kontrahent auf Augenhöhe. Wie gestern ging es am heutigen Tag mehrfach in den entscheidenden fünften Satz. Anna Charmot (3) und Laura Robertson (3) sorgten für die Punkte auf Neuhauser Seite.

Schön anzusehen: Erste und Zweite Sieger mit Neuhauser Maskottchen auf einem Bild! Ramona Sperr (unten), Ramona Förstel, Salomé Simonet, Nikola Gallerachová (unten), Weronika Walna, Pavel Rehorek, Jacqueline Weiss (unten), Szilvia Kahn, Anna Charmot und Laura Robertson (v.l.n.r.).

In der zweiten Partie des Play-Off-Finalspieles wechselt Rapid Luzern erwartungsgemäss zwei Spielerinnen aus. Neu im Team der Gastgeber spielen Salomé Simonet und die Abwehrspielerin Romana Förstel. Bei Neuhausen gibt es einen Wechsel: Anstelle von Szilvia Kahn steht heute Anna Charmot im Einsatz.

Zum Auftakt der Partie trifft Laura Robertson auf Romana Förstel und holt in drei kurzen Sätzen den ersten Punkt für Neuhausen. Am Nebentisch dauert die Partie etwas länger – Weiss konnte im Vergleich zum gestrigen Match ihr Spiel gegen Walna ausgeglichener gestalten, verlor aber letztlich dann doch «standesgemäss» mit 1:3 Sätzen. Somit stand es nach den ersten zwei Einzel entsprechend der Papierform 1:1.

Konnte Weronika Walna heute knacken: Laura Robertson bei einer Vorhand (Bild: Hansruedi Lüthi)

Bei einer konzentrierten Vorhand: Ramona Förstel (Bild: Hansruedi Lüthi)

In der dritten Partie kam es zur ersten offenen Partie. Simonet gegen Charmot entwickelte sich als sehr ausgeglichener Match in dem keine Spielerin sich klar absetzen konnte. Dementsprechend musste sich das Spiel im fünften Satz entscheiden, wo Charmot zulegen und ein so wichtigen Punkt für Neuhausen buchen konnte. Am Nebentisch trafen bereits die beiden Nummern 1 aufeinander. Das Spiel begann mit Vorteilen für Robertson, die den ersten Satz für sich buchen konnte und sich offensichtlich für die gestrige 0:3-Niederlage revanchieren wollte. Doch Walna hatte etwas dagegen und legte im zweiten Satz wieder zu. Mit ihren sicheren Gegentopspins auf der Vorhandseite und Noppen-Rückschlägen auf der Rückseite kam Robertson nicht mehr zu Recht und musste sich klar geschlagen geben. Im dritten Satz wieder das Bild des ersten Satzes: Eine aggressive Robertson buchte mit ihrer knallharten Vorhand Punkt für Punkt und siegte mit 11:6 sicher. Mit der Satzführung im Rücken begann Robertson auch gut im vierten Satz und erreichte schnell ein paar Punkte Vorsprung. Doch die Kämpferin Walna kam ins Spiel zurück und holte Punkt um Punkt auf. Auf der anderen Seite baute Robertson etwas ab und musste den Satz mit 8:11 abgeben. Auch hier sollte die Entscheidung im fünften Satz fallen. Da fand Robertson zu Beginn besser ins Spiel und übernahm wieder das Zepter. Mit einem 5:2-Vorsprung im Rücken wurden letztmals die Seiten gewechselt. Wer gedacht hat, dass es dies gewesen wäre, sollte sich täuschen. Walna kam wiederum zurück ins Spiel und holte Punkt für Punkt auf. Ein Timeout von Robertson sollte kurzfristig auch nicht viel bringen, bei 9:9 war Walna wieder voll im Spiel. Dann folgte ein Netzball von Walna, den Robertson jedoch mit viel Können und einem Vorhand-Schuss für sich entscheiden konnte. Damit erreichte sie den ersten Matchball für sich und verwertete diesen einige Sekunden später dank einem Eigenfehler von Walna und einem Jubelschrei gleich. Damit lag Neuhausen nach vier Einzel beruhigend mit 3:1 in Front.

Erneut mit sehr starker Leistung und eine der besten Spielerinnen der Liga: Weronika Walna (Bild: Hansruedi Lüthi)

Nach einer kurzen Pause ging die Partie weiter mit den Spielen Charmot gegen Förstel und Weiss gegen Simonet. Mit zwei Siegen in diesen Spielen wäre die Titelverteidigung bereits erreicht gewesen… Charmot hatte zu Beginn des Spieles etwas Mühe gegen die Abwehrerin Förstel, konnte dann aber rasch zulegen. Je länger die Partie dauerte, desto besser konnte sie sich einstellen und siegte zuletzt klar mit 3:0. Am Nebentisch sollte die Partie zwischen Weiss und Simonet deutlich länger dauern. Weiss gab den ersten Satz relativ deutlich ab und musste sich vom sicheren Angriffsspiel von Simonet dominieren lassen. Im zweiten Satz legte Weiss ihre Passivität ab und übernahm die Initiative mit ihrerseits sicheren Angriffsbällen. Im dritten Satz zunächst dasselbe Bild: Weiss dominierte die Ballwechsel und legte einige Punkte Vorsprung vor. Simonet kam aber in der zweiten Satzhälfte wieder besser in den Match und konnte sich nochmals steigern. Mit dem 1:2-Satzrückstand ging es in den vierten Satz. Beim 2:4-Rückstand nahm Weiss ihr Timeout und konnte sich bis 5:6 wieder steigern. Dann nahm Simonet ihr Timeout und übernahm wieder das Zepter (5:9). Weiss spielte zwar gut, aber Simonet noch besser. Bei 6:9 kam es zu einem längeren Topspin-Ralley, wo Weiss zwar nahe am Punktegewinn war aber Simonet letztlich doch den Punkt buchte und den ersten Matchball für sich erreichte (6:10). Mit dem nächsten Ballwechsel buchte Simonet den entscheidenen Punkt für sich und der Neuhauser Vorsprung reduzierte sich auf eine 4:2-Führung vor dem Doppel. Es fehlte somit nur noch ein Punkt aus den letzten vier Partien…

Gestern mit dem entscheidenden Punkt zum 6:4, heute leider ohne Sieg: Jacqueline Weiss bei einer Vorhand (Bild: Hansruedi Lüthi)

Im Doppel trafen Robertson/Weiss wiederum auf Walna/Gallerachova und versuchten sich für ihre gestrige 2:3-Niederlage zu revanchieren. Im ersten Satz gelang dieses Vorhaben nicht. Walna war wiederum die stärkste Spielerin am Tisch und punktete mit ihren Vorhand-Topspins und Noppen-Rückhandblocks. Im zweiten Satz sollte dies zu Beginn des Satzes vorübergehend bis zum 3:3 besser gelingen. Danach übernahm wieder das Rapid-Duo das Zepter (3:9). Ein kurzes Neuhauser Aufbäumen mit drei Punkten zum 6:9 entpuppte sich aber als Strohfeuer, die nächsten zwei Punkte gingen ans Heimteam. Neuhausen lag wiederum 0:2 in den Sätzen zurück. Im dritten Satz entwickelte sich dann eine ausgeglichene Partie bis zum 5:5. Dann legte das Neuhauser Doppel vor zum 8:5 und 9:6. Rapid Luzern gab sich aber nicht geschlagen und der Neuhauser Vorsprung schmolz Punkt um Punkt. Beim Ausgleich zum 9:9 kam aus Neuhauser Sicht auch noch Pech dazu und kurze Zeit später hatte der Gastgeber seinen ersten Matchball zum 9:11 verwertet. Damit fehlte weiterhin ein Punkt aus den letzten drei Einzeln…, Neuhausen lag mit 4:3 in Front.

Sehr stark mit drei Siegen: Anna Charmot beim Aufschlag (Bild: Hansruedi Lüthi)

In den folgenden zwei Einzeln sollte aus Neuhauser Sicht die Entscheidung mit dem fünften Neuhauser Punkt gefällt werden können. Gleichzeitig spielte Charmot gegen Walna und Robertson gegen Simonet. Während dem die Siegeschancen von Charmot gegen Walna eher unter 50 % eingestuft werden mussten, konnte man davon ausgegen, dass Robertson gegen Simonet den letzten Neuhauser Punkt gewinnen sollte. Aber Tischtennismatches laufen nicht immer so, wie es erwartet werden kann…

Salomé Simonet bei einer Rückhand. Mit einem Sieg gegen Weiss und einer sehr guten Leistung gegen Charmot ein Gewinn für das Luzerner Team. (Bild: Hansruedi Lüthi)


Aufgrund der Aufstellung war Charmot gegen Walna Match Nummer 8. Charmot legte gut los und lag rasch 5:1 in Front. Am Nebentisch dominierte Robertson gegen Simonet und lag mit 5:2 in Front. Auf Tisch 1 schmolz der Vorsprung von Charmot leicht, bei 10:7 hatte sie drei Satzbälle und konnte den zweiten verwerten. Auf Tisch 2 in Spiel 9 kämpfte Robertson mit ihrer Gegnerin und auch etwas mit sich selbst. In der zweiten Satzhälfte machte sie weniger Eigenfehler und siegte dann relativ klar mit 11:5. Charmot zeigte, dass sie sich mit dem Spiel von Walna gut zurecht kommt und lag bis zum 6:6 meistens ein paar Punkte in Front. Bei 7:9 war sie aber nahe am Satzverlust, bei 7:10 noch näher… Charmot gab sich nicht geschlagen und glich zum 10:10 aus. Dennoch musste sie den Satz abgeben, weil Walna nochmals zulegte (10:12). Robertson gegen Simonet war eine Kopie des ersten Satzes. Die erste Satzhälfte verlief ausgeglichen, in der zweiten Satzhälfte dominierte Robertson mit ihren knallharten Schüssen und siegte mit 11:5 und ging 2:0 in den Sätzen in Führung. Noch fehlte ein Satz zur Titelverteidigung… Mit dem Mute der Verzweiflung legte Simonet tatsächlich nochmals zu und ging mit 6:2 in Front. Auch am Nebentisch lief es nicht nach Neuhauser Wunsch. Walna hielt gegen die gut spielende Charmot dagegen und Charmot lag wiederum 7:9 hinten und musste Sekunden später den Satz mit 7:11 abgeben. Simonet zeigte in dieser Phase weshalb sie im Schweizer Nationalkader steht und spielte gegen Robertson gross auf. Einmal im Rückstand liegend, lief es Robertson nicht mehr wunschgemäss und sie verlor diesen Satz mit 6:11. Robertson stieg gut in den vierten Satz und ging mit 3:0 in Front, Simonet bezog ihr Timout. Der Vorsprung von Robertson schmolz etwas bis zum 6:5. Charmot steigerte sich wieder und führte mit 9:6 und konnte wenig später zum 11:7 und 2:2 nach Sätzen ausgleichen. Auch Robertson steigerte sich in der Folge nochmals und lag beim 9:5 nur noch zwei Punkte vom entscheidenden Sieg entfernt. Über 9:6 kam sie beim 10:6 zum ersten Matchball, den sie mit einem glücklichen Netzroller verwerten sollte und damit den fünften Neuhauser Punkt erreichte und die Titelverteidigung sicherstellte. Am Nebentisch kämpfte Charmot im fünften Satz weiter wie eine Löwin. Beim 9:6 lag sie vorne, bei 10:8 verwertete sie ihren ersten Matchball und holte den sechsten Neuhauser Punkt. Neuhausen hatte die Partie damit mit 6:3 gewonnen und den 10. NLA-Damentitel erzielt.

Zeigte viel Emotionen und spielte im Doppel mit Walna erneut beherzt auf: Nikola Gallerachová (Bild: Hansruedi Lüthi)

Die Detailergebenisse des Abends finden Sie hier.

Weitere Bilder des Abends gibt es von Hansruedi Lüthi unter folgendem Link. Wir bedanken uns recht herzlich bei ihm für die Fotos, welche unseren Sport gekonnt ins rechte Licht rücken. Mehr von ihm gibt es auf seiner Homepage zu sehen.

Zweite Sieger: Das Team von Rapid Luzern der Saison 2016/2017. Ramona Förstel, Weronika Walna, Nikola Gallerachová, Salomé Simonet und Ramona Sperr (v.l.n.r.)

Zum zehnten Mal Schweizer Meister: Anna Charmot, Szllvia Kahn, Laura Robertson (unten), Schaffhauser Trainer des Jahres Pavel Rehorek und Jacqueline Weiss. Gratulation!